Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Illustration: Eva Feuchter

Dokumente

Infoplakat "So Nicht! Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz" der Netzwerkstelle AGG Sachsen-Anhalt
AGG Netzwerkstelle - Plakat - Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz.pdf (1,8 MB)  vom 07.08.2018

Infoplakat "So Nicht! Mythen über Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz" der Netzwerkstelle AGG Sachsen-Anhalt
AGG Netzwerkstelle - Plakat - Sexuelle Belästigung - Mythen.pdf (1,6 MB)  vom 07.08.2018

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Was ist sexuelle Belästigung?

Was ist Belästigung?

Unter Belästigung wird eine spezielle Form diskriminierender Benachteiligung verstanden, bei der eine Person durch unerwünschte Verhaltensweisen aufgrund eines schützenswerten Merkmales in ihrer Würde verletzt und ein von Einschüchterung, Anfeindung, Erniedrigung, Entwürdigung oder Beleidigung gekennzeichnetes Umfeld geschaffen wird. Die Benachteiligung kann dabei absichtlich oder unabsichtlich eintreten. Belästigungen können niemals sachlich gerechtfertigt sein.

Was ist sexuelle Belästigung?

Sexuelle Belästigung ist eine spezielle Form der Belästigung und eine sexualisierte Form von Diskriminierung. Sie umfasst jedes einseitige und unerwünschte Verhalten mit sexuellem Bezug, das die betroffene Person in ihrer Würde verletzt. Durch sexuelle Belästigung kann ein Umfeld geschaffen werden, das von Einschüchterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen, Entwürdigungen oder Beleidigungen gekennzeichnet ist. Betroffene Personen empfinden das Verhalten als respektlos und grenzüberschreitend.

Zum Beispiel:

  • Anzügliche oder herabsetzende Bemerkungen über das Aussehen
  • Hinterherpfeifen
  • indiskretes Ausfragen über Lebensführung und Liebesleben
  • Aufforderungen zu sexuellen Handlungen
  • sich Entblößen
  • Anbringen oder Versenden pornografischer oder sexistischer Darstellungen
  • aufdringliche Blicke
  • unerwünschter Körperkontakt
  • wiederholte körperliche Annäherungen, die zufällig erscheinen
  • unangemessene Briefe, Anrufe, Nachrichten oder Geschenke
  • sexuelle Anspielungen, obszöne Witze, Gesten und Kommentare
  • Nachstellen, Verfolgen oder Bedrängen
  • Körperliche Gewalt, sexuelle Nötigung und Vergewaltigung

Entscheidend ist, wie die betroffene Person die jeweilige Handlung empfindet. Es handelt sich bei sexueller Belästigung nicht um einen auf Gegenseitigkeit beruhenden Flirt oder eine gewollte Kontaktanbahnung, sondern um die Ausübung von Macht und Kontrolle: Eine Person tut etwas mit sexuellem Bezug, ohne vorher das Einverständnis der anderen Person abzusichern oder obwohl die andere Person signalisiert hat, dass sie mit der Handlung nicht einverstanden ist. Es handelt sich um ein einseitiges Verhalten und um eine Machtausübung mit sexuellen Mitteln. Daher wird auch von „sexualisierter Gewalt“ gesprochen. Sexuelle Belästigungen können zum Beispiel von Männern als Mittel eingesetzt werden, um Frauen in ihren Karrierebestrebungen zu verunsichern.

Sexuelle Belästigung ist ein weitestgehend tabuisiertes und mit Scham behaftetes Thema. Betroffene Personen fühlen sich in ihrer Würde verletzt, gedemütigt und herabgesetzt, da sie wie ein passives Objekt behandelt wurden. Häufig kommt ein Gefühl der Ohnmacht hinzu, da die Situation nicht selbstbestimmt kontrolliert werden konnte. Belastend kann zudem das Gefühl sein, sich in der Situation nicht angemessen zur Wehr gesetzt zu haben. Auch können Betroffene Schuldgefühle haben. Für sexuelle Belästigung gibt es jedoch keine Rechtfertigung und Betroffene tragen keine Mitschuld.

Wer kann von sexueller Belästigung betroffen sein?

Sexuelle Belästigung betrifft mehrheitlich Frauen, aber auch Männer sowie Personen, die ihr Geschlecht in keiner dieser Kategorien verorten, können betroffen sein. Die Täter sind meist Männer, aber Personen aller Geschlechter können sexuell belästigen. Belästigungen können zwischen Menschen verschiedener Hierarchieebenen stattfinden (z.B. zwischen Studentin und Dozent oder Mitarbeiter und Vorgesetzter), aber auch auf derselben Hierarchieebene (z.B. zwischen Kommilitonen). Besonders schwerwiegend ist sexuelle Belästigung, wenn sie unter Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen oder unter Androhung persönlicher bzw. beruflicher Nachteile erfolgt.

Beispiele für sexuelle Belästigungen, die an einer Universität vorkommen können:

  • Ein Professor starrt einer Studentin während einer Besprechung in den Ausschnitt.
  • Ein Dozent stellt während einer Prüfung unangemessene Fragen zu dem Privat- und Liebesleben der geprüften Studentin.
  • Eine Dozentin verspricht einer Studentin Vorteile bei sexuellem Entgegenkommen oder droht mit Nachteilen, wenn dieses Entgegenkommen ausbleibt.
  • Ein Student verschickt Mails mit pornografischem Inhalt an seine Dozentin.
  • Zwei Kommilitonen unterhalten sich in einem Seminar lautstark anzüglich und herabsetzend über körperliche Merkmale einer Kommilitonin.
  • Eine Studentin fasst einem Kommilitonen während einer Institutsfeier unaufgefordert an den Hintern.
  • Ein Professor gibt während einer Vorlesung Witze mit sexistischem Inhalt zum Besten.
Abbildung "sexistische & sexualisierte Darstellungen und Witze" aus der Broschüre "So nicht! Gegen sexuelle Belästigung an der Hochschule"

Abbildung "sexistische & sexualisierte Darstellungen und Witze" aus der Broschüre "So nicht! Gegen sexuelle Belästigung an der Hochschule"

Abbildung "sexistische & sexualisierte Darstellungen und Witze" aus der Broschüre "So nicht! Gegen sexuelle Belästigung an der Hochschule"

Abbildung "anzügliche Blicke" aus der Broschüre "So nicht! Gegen sexuelle Belästigung an der Hochschule"

Abbildung "anzügliche Blicke" aus der Broschüre "So nicht! Gegen sexuelle Belästigung an der Hochschule"

Abbildung "anzügliche Blicke" aus der Broschüre "So nicht! Gegen sexuelle Belästigung an der Hochschule"

Abbildung "unangebrachte Kleidung" aus der Broschüre "So Nicht! Gegen sexuelle Belästigung an der Hochschule"

Abbildung "unangebrachte Kleidung" aus der Broschüre "So Nicht! Gegen sexuelle Belästigung an der Hochschule"

Abbildung "unangebrachte Kleidung" aus der Broschüre "So Nicht! Gegen sexuelle Belästigung an der Hochschule"

Abbildung "unnötiges Nahekommen" aus der Broschüre "So Nicht! Gegen sexuelle Belästigung an der Hochschule"

Abbildung "unnötiges Nahekommen" aus der Broschüre "So Nicht! Gegen sexuelle Belästigung an der Hochschule"

Abbildung "unnötiges Nahekommen" aus der Broschüre "So Nicht! Gegen sexuelle Belästigung an der Hochschule"

Abbildung "Machtmissbrauch" aus der Broschüre "So Nicht! Gegen sexuelle Belästigung an der Hochschule"

Abbildung "Machtmissbrauch" aus der Broschüre "So Nicht! Gegen sexuelle Belästigung an der Hochschule"

Abbildung "Machtmissbrauch" aus der Broschüre "So Nicht! Gegen sexuelle Belästigung an der Hochschule"

Abbildung "Angrabschen" aus der Broschüre "So Nicht! Gegen sexuelle Belästigung an der Hochschule"

Abbildung "Angrabschen" aus der Broschüre "So Nicht! Gegen sexuelle Belästigung an der Hochschule"

Abbildung "Angrabschen" aus der Broschüre "So Nicht! Gegen sexuelle Belästigung an der Hochschule"

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