Newsarchiv: Veranstaltungsnews
Jahr 2025
Seminar: Der Reinheitswahn der rechten Szene
5. November 2025, 12:15-13:45, Raum 2.14 (Steintor-Campus)
Eine Veranstaltung des Seminars für Indogermanistik und Allgemeine Sprachwissenschaft mit PD Dr. Sabine Häusler
Folgt man der im 20. und 21. Jahrhundert wieder aufgewärmten Idee von der „Unvermischtheit“ der Germanen (Spoiler: Es gibt keine Germanen!) weit genug zurück, landet man bei antiken griechischen und später römischen Ethnographen, die dieses Konstrukt geschaffen haben (nochmal Spoiler: Die hatten das alles andere als positiv gemeint!). Vor welchem Hintergrund und mit welcher Intention dieses Konstrukt geschaffen wurde, wollen wir uns in der Sitzung anhand von (übersetzten) Texten anschauen.
Vorlesung: Kunst und Demokratie in Deutschland: Weichenstellungen und eine Idee nach 1945
5. November 2025, 10-12 Uhr, Hörsaal 2 (Steintor-Campus)
Eine Veranstaltung des Instituts für Kunstgeschichte und Archäologien Europas mit Prof. Dr. Olaf Peters und Inna Skliarska.
Die Vorlesung widmet sich in zwei zeitlich getrennt voneinander liegenden Schritten der Frage nach der Demokratie im Verhältnis zur Kunst. Der erste Teil beschreibt die grundsätzlichen Voraussetzungen und Weichenstellungen mit Blick auf die Kunstpolitik in den sich gründenden beiden deutschen Teilstaaten. Hier geht es um Verbände, Institutionen, Personen und deren widerstreitendes demokratisches Selbstverständnis im Zeitraum von 1945–1950. Im zweiten Teil der Vorlesung geht es um Joseph Beuys als eminent politischen Künstler und um dessen Konzept einer direkten Demokratie im weiteren Kontext seiner Kunstvorstellungen seit den 1960er-Jahren. Demokratie ist eben auch lustig.
Wir-Festival (Vortrag): Kampf um Begriffe. Zur Sprachpolitik von alter und neuer Rechter
5. November 2025, 18:15 - 20 Uhr, Hörsaal I (Steintor-Campus)
Vortrag von Volker Weiß wird organisiert vom Graduiertenkolleg „Politik der Aufklärung“ (MLU)
Populistische Bewegungen weltweit nutzen für ihren Angriff auf die Werte der Aufklärung sprachliche Mittel. Vor allem ihr Zugriff auf die Geschichte ist geprägt von Verschiebungen, Umdeutungen und zerbrochenen Bildern: »Hitler war ein Linker, die Demokratie ist diktatorisch, Unfreiheit bedeutet Freiheit« etc. Der Vortrag zeichnet die Arbeitsweise und Traditionen dieser Agitation nach.
Seminar: Ein Volk ist, was eine Sprache spricht?
4. November 2025, 14:15- 15:45, Raum 2.14 (Steintor-Campus)
Veranstaltung des Seminars für Indogermanistik und Allgemeine Sprachwissenschaft mit PD Dr. Sabine Häusler.
Während die Etymologien der Wörter für „Volk“ nichts mit „Sprache“ zu tun haben (wohl aber vereinzelt Eigen- und Fremdbezeichnungen für Volksgruppen), hat sich in Europa seit der französischen Revolution die später von Herder postulierte (und missverstandene) Sprache-Volk-Gleichung scheinbar durchgesetzt bzw. wird von rechten Gruppen genutzt. Historisch und außerhalb Europas war und ist Einsprachigkeit jedoch die Ausnahme. Entsprechend soll es in der Sitzung um Konzepte von Ein- und Mehrsprachigkeit und deren Hintergründe gehen.
Seminar: Auswirkung rechtspopulistischer Parteien in Parlamenten
4. November 2025, 14-16 Uhr, Seminarraum 17 (Steintor-Campus)
Seminar mit Prof. Dr. Marcel Lewandowsky und Gast Madeleine Henfling
Was passiert, wenn rechtspopulistische Parteien in Parlamente einziehen und sich dort etablieren? Welche konkreten Auswirkungen hat dies auf die Gesetzgebung, die Debattenkultur und die Stabilität demokratischer Prozesse? Diesen Fragen widmet sich Madeleine Henfling, ehemalige Parlamentarische Geschäftsführerin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen in Thüringen. Aus erster Hand berichtet sie über die strategischen und alltäglichen Herausforderungen für demokratische Fraktionen in Ostdeutschland. Ein Bericht aus der demokratischen Praxis, der die Bedrohung für die Landesparlamente greifbar macht.
Vorlesung: Politikdidaktische Strategien gegen Rechtsextremismus
4. November 2025, 14- 16 Uhr, Hörsaal IV (Steintor-Campus)
Vorlesung mit Prof. Dr. Andreas Petrik
Angesichts aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen steht die politische Bildung vor der dringenden Aufgabe, demokratiefeindlichen Tendenzen entgegenzuwirken. Rechtsextreme Haltungen und Narrative fordern Schulen und Lehrkräfte in besonderem Maße heraus. Diese Vorlesung widmet sich der zentralen Frage: Welche wirksamen Instrumente bietet die Politikdidaktik, um Rechtsextremismus präventiv und intervenierend zu begegnen?
Vorlesung: Politisches Handeln im Zeitalter multipler Krisen
4. November 2025, 12-14 Uhr, Hörsaal 1 (Steintor-Campus)
Vorlesung mit Dozent*innen Prof. Dr. Petra Dobner und Dr. Jasper Finkeldey
Kurzbeschreibung: Die Gegenwart ist von vielen Krisen geprägt – der Klimakrise, dem Schwinden demokratischer Grundüberzeugungen, geopolitischen Spannungen, ökonomisch läuft es nicht rund und auch die Auswirkungen der Corona-Krise wirken noch nach. Politikwissenschaftlich wird dies als „Polykrise“ bezeichnet und damit ist gemeint, dass wirtschaftliche, soziale, ökologische und politische Krisen mehr sind als eine Summe von Einzelkrisen, sondern zu wechselseitigen Verstärkungen und weiteren Eskalationen führt. – Wie kann unter diesen Bedingungen noch demokratisch regiert werden, wie kann überhaupt politisch klug gehandelt werden, ist doch jede einzelne Krise auch ein Einfallstor für vermeintlich einfache und zumeist populistische „Lösungen“?
Wir stellen das Konzept der Polykrise vor, erläutern es an Beispielen und laden ein zur Diskussion, wie es gelingen kann, politischen Mut und einen Sinn für die unvermeidbare Komplexität zu bewahren.
Seminar: Runen – von Rechten verehrt, von Linken verteufelt oder doch nur ganz banal?
4. November 2025, 12:30-14 Uhr, Raum 2. 14 (Steintor-Campus)
Veranstaltung des Seminars für Indogermanistik und Allgemeine Sprachwissenschaft mit PD Dr. Sabine Häusler.
In der Sitzung werden wir uns aus wissenschaftlicher Perspektive mit der Frage der Entstehung der Runen, ihrer Verbreitung, Variationen, Verwendung (als Alphabetzeichen und Begriffsrunen) sowie der Rezeption (Eigen- und Fremdbeschreibungen) beschäftigen. Vor allem werden wir aber historische Runeninschriften in typischen Verwendungskontexten gemeinsam lesen, d.h. uns damit befassen, was es mit diesen – in unterschiedlichen Epochen mystifizierten – Zeichen eigentlich wirklich auf sich hat.
Workshop: Verteidigung der Demokratie aus empirischer Sicht: Analyse populistischer und extremistischer Einstellungen in Sachsen-Anhalt
4. November 2025, 12:15-15:45, Seminarraum 15 PC-Pool (Steintor-Campus)Workshop mit Dr. Kerstin Völkl
Im Vorfeld der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026 befasst sich dieser Workshop mit der empirischen Analyse populistischer und extremistischer Einstellungen in der Bevölkerung des Landes. Ziel ist es, auf Basis der Daten des Sachsen-Anhalt-Monitors 2023 ein differenziertes Verständnis über die Verbreitung und Ausprägung gesellschaftlicher Einstellungsmuster im Land zu gewinnen.
Im ersten Teil der Veranstaltung werden geeignete Indikatoren zur Untersuchung populistischer und extremistischer Einstellungen in Sachsen-Anhalt identifiziert und ausgewertet. Die Teilnehmenden diskutieren die Ergebnisse kritisch und reflektieren, welche gesellschaftlichen Muster und Entwicklungen sich daraus für das Land ableiten lassen.
Im zweiten Teil werden verschiedene Erklärungsansätze für populistische und extremistische Einstellungen der Bürger:innen empirisch geprüft. Auf Grundlage der Analysen werden abschließend Handlungsempfehlungen formuliert, die zeigen, wie demokratische Werte gestärkt werden können.
Kolloqium: Schwachstellen suchen und finden. Szenarioanalysen als Beitrag zu demokratischer Resilienz
3. November 2025, 18-20 Uhr, Seminarraum 16, Raum E. 11 (Steintor-Campus)
Veranstaltung mit Prof. Dr. Rieke Trimcev im Rahmen der Projektwoche "In Verteidigung der Demokratie"
Worauf müssen wir uns einstellen, wenn autoritär-populistische Akteure eine Mehrheit oder eine Sperrminorität in einem Landesparlament erhalten? Im Thüringen-Projekt untersuchte das Team des Verfassungsblogs 2023 und 2024 mithilfe von Szenarien, wie demokratische und rechtsstaatliche Regelsysteme von innen ausgehöhlt werden könnten. Friedrich Zillessen hat das Thüringen-Projekt mitinitiiert und leitet inzwischen das Judicial Resilience Project des Verfassungsblogs, das die Justiz in Bund und Ländern auf Verwundbarkeiten hin analysiert. Im Examenskolloquium für politische Theorie und Ideengeschichte wollen wir mit ihm die Potentiale der Szenarioanalyse diskutieren und fragen, welche Lehren das Thüringen-Projekt für das Wahljahr 2026 in Sachsen-Anhalt bereithält.
Vorlesung: Verfassungsgerichtsbarkeit im Kontext der wehrhaften Demokratie
3. November 2025, 16-18 Uhr, Hörsaal IV (Steintor-Campus)
Vorlesung mit Prof. Dr. Marcel Lewandowsky und Gast Prof. Alexander Thiele
Die öffentliche Debatte rund um Parteienverbot, Wahlausschluss und den allgemeinen Umgang mit extrem rechten Parteien hat das Konzept der „wehrhaften Demokratie“ wieder in den Mittelpunkt gerückt. Doch welche Instrumente stehen dem Staat tatsächlich zur Verfügung, um die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu schützen, und welche Rolle spielt dabei das Bundesverfassungsgericht als dessen oberster Hüter? Alexander Thiele, Professor für Staatstheorie und Öffentliches Recht an der BSP Business & Law School Berlin, analysiert die Funktionsweise und die Grenzen der Verfassungsgerichtsbarkeit in diesem Spannungsfeld. Der Vortrag beleuchtet die hohen Hürden für Instrumente wie das Parteiverbot oder die Grundrechtsverwirkung und diskutiert die juristischen wie politischen Implikationen für das politische System Deutschlands.
Vortrag: Was ist wehrhafte Demokratie?
3. November 2025, 14-16 Uhr, Hörsaal XV (Mel)
Vortrag mit Prof. Dr. Rieke Trimcev im Rahmen der Projektwoche "In Verteidigung der Demokratie"
Spätestens seit der Debatte um ein mögliches AfD-Parteiverbotsverfahren ist der Begriff der wehrhaften Demokratie wieder in aller Munde. Doch was genau bedeutet er? Woher stammt die Idee, und welche Mittel stehen Demokratien zur Selbstverteidigung zur Verfügung? Ist das Konzept demokratietheoretisch überzeugend – oder gefährdet es im Gegenteil die Prinzipien, die es schützen soll? In einer 90-minütigen Vorlesung werden Ursprung und Entwicklung des Konzepts von der Staatsrechtslehre der Weimarer Republik bis in die heutige Demokratietheorie vorgestellt. Natürlich gibt es Raum für Fragen und Diskussion!




